13. März 2008 - ddp

Mahnwache bei Missbrauchsprozess

Regensburg (ddp-bay). Am Rande des Missbrauchsprozesses gegen den ehemaligen Pfarrer von Riekofen haben am Donnerstag rund ein Dutzend Menschen mit einer Mahnwache gegen den Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller protestiert. Vor dem Gebäude des Regensburger Landgerichts hielten sie Plakate und Spruchbänder hoch mit Aufschriften wie: «Ein selbstherrlicher Bischof hat moralisch total versagt» und «Auch wer wegschaut, macht sich schuldig».

Der Protest ging von den Vereinigungen «Wir sind Kirche» und «Aktionskreis AKR Regensburg» sowie Privatpersonen aus. Sie kritisierten, dass das Bistum um die pädophilen Neigungen des bereits 2000 wegen sexuellen Missbrauchs vorbestraften Pfarrers gewusst und ihn trotzdem in Riekofen eingesetzt habe.

«Da geht Täterschutz vor Opferschutz», betonte Protest-Teilnehmerin Monika Preis. «Das hat System in der Diözese», kritisierte sie und erinnerte an zwei weitere Fälle von Missbrauchsvorwürfen gegen Priester in den vergangenen sechs Jahren. Die Devise der Kirche laute «Verschweigen, vertuschen, versetzen», beklagte Preis.

Der ehemalige Pfarrer von Riekofen hatte am Donnerstag vor Gericht gestanden, sich ab Ende 2003 in mindestens 22 Fällen an einem Ministranten vergriffen zu haben. Der Junge war zu Beginn des Missbrauchs zehn Jahre alt. Der Geistliche war 2000 wegen des Missbrauchs von Kindern als Kaplan im niederbayerischen Viechtach schon zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden. Dennoch setzte ihn das Bistum 2004 wieder in einer Pfarrgemeinde ein.

(ddp)

Zuletzt geändert am 13­.03.2008