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Zur Diskussion "Diakonat der Frau"

Zum Tag der Diakonin 2017
„Die Zeit ist reif für die Weihe von Diakoninnen“
> Wir sind Kirche-Pressemitteilung 26. April 2016

Durch den "Gesprächsprozess" der Deutschen Bischöfe, die Frühjahrsvollversammlung der Bischöfe 2013 in Trier mit dem Vortrag von Kardinal Walter Kasper und zuletzt die Diözesanversammlung im Erzbistum Freiburg am 26./27. April 2013 ist das Thema "Diakonat der Frau" in aller Munde.

Die in der Presse verkürzte Darstellung des Zugeständnisses des Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Zollitsch auf die Forderungen nach einem Diakonat der Frau hat große Erwartungen geweckt. Was auf den ersten Blick als erster Schritt in eine neue Zukunft mit einer Beteiligung der Frauen in Weiheämtern erscheint, entpuppt sich bei genauerem Hinschauen bzw. –hören als Mogelpackung.

Auch wenn sich Bischof Voderholzer aus Regensburg sofort dagegen wehrt und sich damit scheinbar auf Gegenkurs begibt, ist die Vorgabe von Zollitsch alles andere als fortschrittlich. Bereits in der Frühjahrskonferenz in Trier hat Kardinal Kasper von der Idee gesprochen, ein neues Amt mit eigenem Profil zu kreieren. Wer nun glaubt, damit sei ein Weiheamt gemeint, hat sich massiv getäuscht. Für Kasper hat eine solche Diakonin ausdrücklich 'keine Funktion am Altar', darf also nicht 'das weibliche Pendant zum männlichen Diakon' sein. Auch Zollitsch läßt keinen Zweifel daran, dass er die Diakonenweihe nicht für Frauen öffnen will, sondern sich nur für ein „spezifisches“ Diakonenamt für Frauen einsetzen will.

Es ist schön, dass 40 Jahre nach der Würzburger Synode (1971-75) wieder ein Freiburger Bischof das Thema in der Öffentlichkeit aufgreift. Die Frauen, die schon lange auf eine Weiterentwicklung warten, lassen sich aber trotz signalisierter Frauenfreundlichkeit nicht darüber hinwegtäuschen, dass ihnen damit eine Kinderportion aufgetischt wird, obwohl sie ein ganzes Menü bestellt hatten.

Und vergessen wir nicht, es geht ja nicht in erster Linie um Bedürfnisbefriedigung von Frauen, auch nicht um Notlösungen, weil der Institution die Männer ausgehen. Kirche kann nur weitergehen, wenn sie vollumfänglich in der Welt ist, also mit Mann und Frau. Und nur, wenn solche grundlegenden Regelungen weder den Geist der Schrift verfälschen noch auf Geschichtsklitterungen basieren, die man in Kaspers Argumentation leicht findet.

Wir sind Kirche wünscht Erzbischof Zollitsch den Mut des Glauben, von dem er vor der Freiburger Diözesanversammlung gesprochen hat. Es ist keine leichte Aufgabe Brücken bauen zu wollen zwischen denen, denen alles zu langsam geht und denen, die Sorge haben, nicht Schritt halten zu können oder gar meinen, nicht aufbrechen zu müssen (Zitat Zollitsch). Gerade im Erzbistum Freiburg ist zeitweise ein Geist zu spüren, der Zukunft versprechen kann. Der Dialogprozess, der sich anderweitig bereits im Nichts aufgelöst hat, ist hier erfreulicherweise noch in Gang. Immerhin wird noch miteinander über die heißen Eisen - Homosexualität und Wiederheiraten nach Scheidung - gesprochen. Es bleibt zu hoffen, dass die tief in das Leben der Kirche eingefressene Angst, Dinge anzusprechen und Veränderungen zu riskieren - die theologisch gesprochen, nichts anderes als Sünde ist - nachhaltig überwunden wird.

Wir sind Kirche-Bundesteam, 1. Mai 2013


Wir sind Kirche ist seit 1996 Mitglied im „Netzwerk Diakonat der Frau“ (www.diakonat.de), das Frauen zu Diakoninnen ausbildet, auch wenn diesen bis heute die Diakonninen-Weihe verweigert wird. Seit 1998 begeht der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) am 29. April, dem Festtag der Katharina von Siena, den "Tag der Diakonin" www.tag-der-diakonin.de).






„Gemeindediakonin“ in einer sakramentalen Männerkirche?

Es war lange überfällig, dass sich die Bischöfe mit der Frage von Frauen in Führungspositionen und im pastoralen Dienst beschäftigen, wie es auch die Frauenverbände und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) fordern. Dass Frauen und ihre Kompetenz in kirchlichen Entscheidungsgremien deutlich mehr als bisher vertreten sein müssen, hält Wir sind Kirche für eine Selbstverständlichkeit. Die entscheidende und damit enttäuschende Trennlinie, die Kardinal Walter Kasper in seinem Referat gezogen hat, ist jedoch die „sakramentale Struktur“ einer Männerkirche, die Frauen mit dem neuen Amt einer „Gemeindediakonin“ allenfalls eine Segnung zugesteht und an die Jungfrauen- und Äbtissinnenweihe anknüpfen will. Damit wird die Argumentation von Kardinal Kasper weder der biblischen noch der historischen Sichtweise gerecht, sondern zementiert nur den „status quo“. Denn die entscheidenden Positionen in der Kirche gibt es nur über das Weiheamt.

aus der Wir sind Kirche-Pressemitteilung zum Abschluss der Frühjahrsvollversammlung 2013 der Deutschen Bischofskonferenz in Trier
hier





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Zuletzt geändert am 26.04.2017 ­- 12:15