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Veröffentlicht am 12­.03.2026

12.3.2026 - KNA Briefdienst

Kritik: Kaum Neues in Vatikan-Studie zu Frauen - Forderungen

Zusammenfassung

Überraschend deutlich äuÿert sich eine vatikanische Arbeitsgruppe zur Frauenfrage in der Kirche: Sie besitze hohe Dringlichkeit.
Deutsche Kirchenfrauen und eine Reformbewegung zeigen sich aber nur zum Teil zufrieden.

Berlin (KNA) Die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen
Katholiken sieht wenig Neues im Vatikan-Papier zur
Rolle der Frauen in der Kirche. Einmal mehr können wir
wahrnehmen, dass in der Frauenfrage Mut und Geduld gleichzeitig
erwartet werden, sagte Irme Stetter-Karp am Mittwoch
der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Geduld
sei über alle Maÿen investiert worden, so die Präsidentin des
Dachverbandes katholischer Laien. Was der Kommission zu
fehlen scheint, das ist der Mut, aus der Bestandsaufnahme
Schlussfolgerungen zu ziehen. Wie viele Kommissionen bedarf
es noch? Es ist fünf nach zwölf.

Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd)
mahnte konkrete Konsequenzen aus der Studie an. Wir fordern
nun den Vatikan auf, sich jetzt - und zwar in diesem Jahr
- mit den Ergebnissen auseinanderzusetzen und entsprechende
Änderungen im Sinne der Geschlechtergerechtigkeit anzusto
ÿen, sagte die stellvertretende Bundesvorsitzende des
gröÿten katholischen Frauenverbandes in Deutschland, Ulrike
Göken-Huismann. Konkret nannte sie die Predigterlaubnis
für Nicht-Geweihte sowie die Zulassung von Frauen zum Diakonat,
der untersten Weihestufe in der katholischen Kirche.

Die Reformbewegung Wir sind Kirche begrüßte, dass in dem Vatikan-Papier die Frauenfrage als Zeichen der Zeit gesehen und ein Mentalitätswandel gefordert werde. Aber es ist und bleibt höchst enttäuschend, dass immer noch an den traditionellen männerdominierten, sakramental überhöhten
Machtstrukturen festgehalten und Frauen weiterhin der Zugang zu Weihen verwehrt wird.

Die Berufung von Frauen in Führungspositionen der römischen Kurie unter Papst Franziskus und Papst Leo XIV. solle als Modell dienen, auch in den Ortskirchen und an der Kirchenbasis Frauen in Leitungsverantwortung und verbindliche Entscheidungsprozesse einzubinden, hieß es.

Der Vatikan hatte die Studie am Dienstag veröentlicht.
Darin wird die Klärung der Frauenfrage in der katholischen
Kirche als dringlich beschrieben. Die Studie war während
der Weltsynode (2023/2024) von Papst Franziskus unter der
Oberhoheit der Glaubensbehörde in Auftrag gegeben worden.
Das 74 Seiten umfassende Papier stellt fest, dass es ein spezi
sches Unbehagen unter vielen Frauen bezüglich ihrer Teilhabe
am Leben ihrer Gemeinden gebe, insbesondere wenn
man es vergleiche mit den Möglichkeiten im bürgerlichen Leben.

Dies gelte keineswegs nur für westliche Gesellschaften und
habe dazu geführt, dass eine immer gröÿere Zahl von Frauen
sich nicht mehr damit identizieren könne, katholisch zu
sein. Wörtlich heiÿt es: Eine wachsende Zahl von Frauen
jeder Altersgruppe und in unterschiedlichen Teilen der Welt
fühlen sich im Haus des Herrn nicht mehr zuhause - bis hin
zu dem Punkt, dass sie es vollständig verlassen.

Bei möglichen Änderungen solle die Kirche jedoch weder
der Versuchung zur Furcht noch der Versuchung zur Hast
erliegen, so die Autoren der Studie. Ohne konkrete Empfehlungen
zu geben, stellen sie ferner fest, dass es in der Bibel
und in der Kirchengeschichte zahlreiche Frauen gab und gibt,
die Macht in der Kirche ausgeübt haben.

Internet
Studie zur Frauenfrage (Englisch)
kfd-Homepage 
ZdK-Homepage

Zuletzt geändert am 12­.03.2026