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Veröffentlicht am 02­.12.2012

2.12.2012 Bayerischer Rundfunk (Religion und Kirche)

Papst-Buch von Marco Politi

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Autor: Daniel Knopp

Die Krise mit den Juden nach den neu formulierten Karfreitagsfürbitten, die Krise mit den Muslimen nach der Regensburger Rede und die Krise mit den Katholiken, aufgrund der Wiedereinführung der vorkonziliaren Messe und den Verhandlungen mit den Piusbrüdern. Selten habe es so viele Krisen während eines Pontifikats gegeben und schon die Wahl Benedikts sei äußerst umstritten gewesen, sagt der deutsch-italienische Vatikanexperte Marco Politi.

O-Ton Marco Politi

Doch es kam anders und so konnte sich eine konservative Mehrheit schnell durchsetzen. Das Programm des Pontifikats war damit auch schon geschrieben: Das Bewahren der Tradition steht im Mittelpunkt bei Papst Benedikt. Er denkt katholisch, innerkirchlich und vor allem stets theologisch. Als Politiker habe Benedikt nicht die nötigen Führungsqualitäten, so Marco Politi.

O-Ton Marco Politi

Dabei hatten sich anfangs durchaus viele Hoffnung gemacht, dass Benedikt die römische Kurie reformieren werde. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger, Johannes Paul II., war Benedikt ein Insider in Rom. Er kannte den Machtapparat bei Amtsantritt bis ins Detail, doch sieben Jahre nach seiner Wahl ist die römische Kurie zerstritten wie selten zuvor. Zuletzt musste sich der Papst interner Gegner erwehren, als streng geheime Dokumente der Presse zugespielt wurden. Ein Vertrauensbruch, der nicht zufällig während Benedikts Pontifikat geschehen sei, so Politi.

O-Ton Marco Politi

Benedikt jedenfalls hat verpasst die römische Kurie zu reformieren. Stattdessen werde der Vatikan, so Politi, noch immer geführt wie ein Hofstaat. Eine von vielen verpassten Möglichkeiten.

O-Ton Marco Politi

Marco Politi zählt in seinem Buch "Benedikt: Krise eines Pontifikats" alle ungenutzten Chancen in der Amtszeit von Benedikt XVI. auf. Und so ist das Pontifikat des bayerischen Papstes für Marco Politi vor allem ein Pontifikat der verpassten Möglichkeiten.

Zuletzt geändert am 05­.12.2012

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