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Veröffentlicht am 24­.08.2026

24.8.2026 - evangelisch.de

Nach Heiratsankündigung von Priester: Kritik an Pflichtzölibat

Nach seiner angekündigten Heirat und dem Verzicht auf seine Pfarrei erhält der Oberurseler katholische Priester Andreas Unfried Unterstützung von der Reformbewegung "Wir sind Kirche". Ihr Sprecher Christian Weisner würdigte Unfrieds Offenheit.

Frankfurt a.M. (epd). Die Reformbewegung „Wir sind Kirche“ hat dem Oberurseler katholischen Pfarrer Andreas Unfried für seinen Mut zur Ehrlichkeit gedankt. Diesen würde man sich von vielen anderen Priestern wünschen würde, sagte der Sprecher von „Wir sind Kirche“, Christian Weisner, am Montag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die kirchenrechtliche Verpflichtung katholischer Priester zum Zölibat bleibe „himmelschreiend“. Im hessischen Oberursel hatte der katholische Priester Unfried in einem öffentlichen Brief seinen Rücktritt als Pfarrer von Sankt Ursula angekündigt. Als Grund nennt er seine bevorstehende Heirat.

„Wir sind Kirche“ erwarte vom zuständigen Bistum Limburg, dass für Pfarrer Unfried eine angemessene Aufgabe gefunden wird, fügte Weisner hinzu. In dem Fall gehe es auch um die Frage, dass man in der römisch-katholischen Kirche Männer wie Frauen brauche, die priesterliche Dienste leisten können, damit es weiter christliche Gemeinden geben kann.

Heimliche Beziehung geführt

Unfried hatte in einem Brief erklärt, es sei ihm immer klar gewesen, dass die katholische Kirche für die Ausübung des Priesteramts den Zölibat verlangt. „Ich habe dies auch nach Kräften versucht zu leben, muss aber anerkennen, dass ich dieses Charisma nicht wirklich in mir trage“, so Unfried. Seit vielen Jahren lebe er eine heimliche Beziehung: „Jetzt spüre ich, dass die Zeit gekommen ist, dieser zweiten Berufung nachzukommen.“

„Er spricht zu Recht von einer zweiten Berufung“, sagte Weisner. Auch die Ehe sei eine Berufung, eine Gabe beziehungsweise ein Charisma. Es sei dringend an der Zeit, dass sich die römisch-katholische Kirche dieser Möglichkeit öffne. Die Themen Priesteramt und Zölibat seien auch auf dem Synodalen Weg in Deutschland intensiv behandelt worden.

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Zuletzt geändert am 24­.08.2026