20.6.2016 - BR-online (nachmittags)
Nach Einblick in Münchner Kirchenkasse: Bistümer Regensburg, Passau und Eichstätt ziehen nach
Von: Marcel Kehrer
Die Bistümer Regensburg, Passau und Eichstätt machen derzeit dasselbe wie München-Freising: Sie arbeiten erstmals an Bilanzen nach den Vorgaben des Handelsgesetzbuches. Das Bistum Regensburg wird voraussichtlich ab November die Bilanzen veröffentlichen, und zwar sukzessive nach Fertigstellung, sagt Pressesprecher Jakob Schötz. Das Bistum Eichstätt will zum Stichtag 1. Januar 2017 eine vollständige Eröffnungsbilanz nach Handelsgesetzbuch erstellen. Keinen Termin gibt es bislang im Bistum Passau, die Veröffentlichung der Bilanz ist aber für Sommer 2016 angekündigt worden.
"Ein Schritt zu mehr Glaubwürdigkeit"
"Es ist wirklich ein überfälliger Schritt, dass auch die Vermögenshaushalte inzwischen veröffentlicht werden", sagte die Deggendorferin Sigrid Grabmeier vom Bundesteam von "Wir sind Kirche" dem BR.
- "Bisher werden ja nur die Kirchensteuerhaushalte den Menschen zugänglich gemacht. Dazu sind die Kirchen durch den Staat verpflichtet. Das Vermögen der Diözesen ist aber etwas, was die Menschen in den Diözesen genauso angeht wie der Kirchensteuerhaushalt. Und deshalb ist es wichtig, dass auf diesem Weg endlich Transparenz geschaffen wird und vielleicht auch ein kleiner Schritt zu mehr Glaubwürdigkeit getan wird."
Sigrid Grabmeier, Wir sind Kirche
Gehört halb Regensburg der Diözese?
Ebenso sieht es der Verein Laienverantwortung Regensburg. Der Vorgang sei seit Jahrzehnten überfällig, sagte Fritz Wallner aus dem Vorstand. Es gebe Leute, die behaupten, dass die halbe Altstadt von Regensburg der Diözese oder kirchlichen Stiftungen gehöre, so Wallner.
- "So etwas muss öffentlich gemacht werden: nicht im Sinne einer Anklage, sondern im Sinne von Transparenz."
Fritz Wallner, Vorstand der Laienverantwortung Regensburg
http://www.br.de/nachrichten/oberpfalz/inhalt/wir-sind-kirche-begruesst-vermoegens-einsicht-100.html
Zuletzt geändert am 20.06.2016