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Veröffentlicht am 12­.01.2018

Welche Kirche(n), welchen Glauben braucht unser Land?

Verschiedene aktuelle Thesenpapiere

Wer sitzt mit uns in 10 Jahren noch in der Kirchenbank? Warum verhalten sich trotz religiöser Sozialisation so viele religiös distanziert? Warum gelingt es nicht, den Glauben mit einem gewissen Selbstverständnis und größerer Wirkung an die nächste Generation weiterzugeben? Fragen, denen sich auch die KirchenVolksBewegung und andere Reformgruppen stellen müssen.

Dazu können vielleicht folgende unterschiedliche Thesenpapiere anregend sein:
 

Wir sind Kirche: „Feiern wir das Gemeinsame! Was nach dem Ende des 500. Gedenkjahres der Reformation zu tun bleibt“ (28. Oktober 2017 einstimmig von der Bundesversammlung in Ulm verabschiedet)
> PDF (1 Seite)

Christ in der Gegenwart: Neun Reformthesen "Wie sich der christliche Glaube erneuern kann" ()
> Link

„Mission Manifest“: „10 Thesen für ein Comeback der Kirche“ (5.Januar 2018)
> Link

Kommentare dazu:
Erik Flügge: „5 neue Thesen für ein echtes Comeback der Kirche“ (mit einem kritischen Kommentar zu den Thesen von „Mission Manifest“)
> Link

Gabriele Höfling: Nur mal schnell die Kirche retten
> katholisch.de 7.1.2018

Friedrich Griess in einem Beitrag für den Kreis der deutschsprachigen Sektenberater
> Link

Hermann Häring: 20 Thesen zur Zukunft und Neuorientierung der katholischen Kirche im deutschsprachigen Raum (27. Oktober 2017)
> Link  

Norbert Arntz: 4 Anregungen zum "Missions"-Verständnis von Papst Franziskus - "Mission" aus zärtlicher Liebe zum Leben (20. Oktober 2016)
> PDF (Seiten)
 

 



Friedrich Griess in einem Beitrag für den Kreis der deutschsprachigen Sektenberater:

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
seit Jahrzehnten bemühen sich weltweit zahlreiche Bewegungen in der katholischen Kirche um die Durchführung von Reformen, die die Kirche dem Geist des Evangeliums wieder näherbringen sollen. Lange Zeit hindurch wurden diese Bewegungen von der Kirchenleitung mit Argwohn betrachtet. Manchen dieser Bewegungen gelang bereits der Durchbruch, wie zum Beispiel der Liturgischen Bewegung. Aber erst seit dem Pontifikat von Papst Franziskus scheint es berechtigte Aussichten zu geben, dass auch viele andere Anliegen, so die Wertschätzung der Frau, der Familie und damit der Sexualität und überhaupt die Bedeutung der ja meist verheirateten Laien in der Kirche verwirklicht werden. Freilich möchte Franziskus dabei nicht autoritär eingreifen, sondern sucht synodalen Konsens, was zwar den Prozess in die Länge ziehen, aber ein dauerhaftes Ergebnis versprechen dürfte.

Es mutet nun seltsam an, wenn eine neue Bewegung alle diese Bemühungen in keiner Weise berücksichtigt. Der Name von Papst Franziskus wird zwar mehrmals erwähnt, aber von seinen Reformanstößen, die ja leider von vielen Bischöfen ignoriert oder sogar heftig bekämpft werden, ist nicht die Rede. Die Lage wird so dargestellt, als ob Papst und Bischöfe völlig einig wären und die Gläubigen ihnen nur zu folgen bräuchten. Es ist zwar von "Gruppen" die Rede, ich glaube aber nicht, dass damit "Wir sind Kirche" und z. B. in Österreich die "Laieninitiative", "Priester ohne Amt" oder "Pfarrer-Initiative" gemeint sind.

Als Mittel zur Erreichung des Zieles wird nur das Gebet genannt. Ich zweifle nicht daran, dass Beten wichtig ist. Aber wenn es nur allein genannt wird, erinnert das mich an die alte Forderung: "pray, pay and obey". Auffällig ist auch, dass auf das "Missions-Manifest" hauptsächlich von kath.net hingewiesen wird, dessen Einstellung ja hinlänglich bekannt ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zuletzt geändert am 15­.01.2018