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Veröffentlicht am 01­.06.2019

"Verbindlicher synodaler Weg" 2019

https://www.wir-sind-kirche.de/files/wsk/2019/HUERTER_Mail0068.JPG
Karikatur Annelie Hürter


Auf ihrer Frühjahrsvollversammlung 2019 in Lingen hat sich die Deutsche Bischofskonferenz einstimmig (bei vier Enthaltungen), aber noch sehr vage für einen „verbindlichen synodalen Weg“ und einen „strukturierten Dialog“ aller Teile des Kirchenvolkes ausgesprochen. Dieser muss nach Ansicht von Wir sind Kirche auf jeden Fall deutlich partizipativer, transparenter und verbindlicher gestaltet werden als der sehr unbefriedigende, im Sande verlaufene „Gesprächsprozess“ in den Jahren 2011 bis 2015. Dazu bedarf es einer Einbeziehung nicht nur des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, sondern auch der Frauen- und Männerorden, von Jugend und jungen Erwachsenen, der Betroffenen sexualisierter Gewalt und auch von Reformgruppen.

Wir sind Kirche warnt allerdings davor, zu viel Hoffnung auf diesen „synodalen Weg“ zu setzen, solange nicht dogmatisch und kirchenrechtlich geklärt ist, wer in welcher Weise am Zustandekommen der Beschlüsse beteiligt wird und welche Verbindlichkeit sie haben. Das Verhalten Roms gegenüber der Würzburger Synode (1971-75) bleibt ein warnendes Beispiel.

Angesichts der erschütternden Ergebnisse der MHG-Studie sowie der galoppierenden Kirchenaustritte scheinen mittlerweile die allermeisten Bischöfe verstanden zu haben, dass es ein „Weiter so“ im bischöflichen Reden und Handeln nicht geben kann. Der Vorschlag eines „synodalen Prozesses“, den eine von der Bischofskonferenz beauftragte Arbeitsgruppe von vier Bischöfen gemacht hat und der vom Ständigen Rat der 27 Ortsbischöfe am 29. Januar 2019 noch abgelehnt worden war, scheint in der Vollversammlung der Bischofskonferenz, der auch die Weihbischöfe angehören, nun Zustimmung gefunden zu haben. Die Analyse der vier Bischöfe der „existenziellen Krise, die vom Missbrauchsskandal nicht ausgelöst ist, hierin wohl aber einen Brennpunkt findet“ (Auszug aus dem Strategiepapier der Bischöfe), und die von ihnen geforderten Reformen hätten auch von Wir sind Kirche nicht deutlicher formuliert werden können.

 

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DBK: Der Synodale Weg
Das Dossier stellt die ersten Schritte zusammen, wie es zur Idee des synodalen Wegs der Kirche in Deutschland kam und welche weiteren Schritte folgen werden.
> www.dbk.de/themen/der-synodale-weg

 

Godehard Brüntrup SJ: Die Bischöfe in Lingen
> Stimmen der Zeit, Juni 2019

Ludwig Ring-Eifel: Hilflos an der Macht
> www.katholisch.de 29.5.2019

Missbrauchs-Experte des Vatikans: „Mit Karacho gegen die Wand“
Jesuit Hans Zollner kritisiert in Münster Umgang mit Missbrauchsproblematik scharf
> www.kirche-und-leben.de 9.5.2019

Wie sehen neue Leitungsmodelle und eine synodale Kirche aus?
Gastbeitrag von Magnus Lux, Wir sind Kirche-Bundesteam
> blog.bdkj-bayern.de 14.5.2019

 

Michael Seewald: Deutsche Bischöfe müssen Macht abgeben
Alle Macht in einer Diözese gehe zumindest theoretisch vom Bischof aus, sagt der Münsteraner Dogmatiker Michael Seewald. Wenn sich das nicht ändere, steige das Risiko für weitere Skandale – und berechtigte Rücktrittsforderungen.
> www.katholisch.de 26.04.2019

 

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> Wir sind Kirche zum "Gesprächsprozess" der Bischofskonferenz 2010-2015

 

 

 

Zuletzt geändert am 06­.06.2019